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Schmieriger Filz – Vermischtes aus Deutschland & Welt

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Ermitteln in der Wiener Sommerhitze und bekommen es mit Marathonläufern und

Ermitteln in welcher Wiener Sommerhitze und bekommen es mit Marathonläufern und «Freunderlwirtschaft» zu tun: Die «Tatort»-Kriminalpolizist Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser). (Das Erste Degeto/ORF)

Endlich mal ein heller, freundlicher „Tatort“ aus Wien, könnte man meinen. In „Verschwörung“, dem 27. gemeinsamen Sachverhalt welcher Kriminalpolizist Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser), wird durch sommerliche Wälder gejoggt, man sieht tolle Designerhäuser an Weinberghängen, und die Kriminalpolizist essen ein Freunschafts-Glace in welcher österreichischen Sommerhitze. Strich nachdem dem letzten, düsteren Psychofall „Die Amme“ – er spielte im abgerockten Rotlichtmilieu und setzte sich zudem reichlich die geometrische Figur eines Täters in Frauenkleidung in die Gender-Klischeenesseln – kann welcher Wiener „Tatort“ kleine Menge „Helligkeit“ gebrauchen. Trotzdem muss jene Hoffnung natürlich im Widerspruch enden, schließlich muss es ja genauso hier eine Leichnam schenken: Es ist Jogger Dr. Wagner (Stefan Fent), ein hohes Tier im Innenministerium, welcher während des Sports aus großer Höhe in eine industrielle Sandgrube gestürzt ist.

An seinen Brüchen ist welcher Volksvertreter jedoch nicht gestorben, es war ein Herzkasper. Im Lebenssaft des Sportlers mit ambitioniertem Marathon-Laufziel befindet sich ein Dopingmittel. Hat es welcher Mann um die 50 reibungslos nur übertrieben – und ist seinem Ehrgeiz zum Todesopfer Gefälligkeit? Eisner und Fellner suchen die halb so Ehefrau Witwe (Lili Epply) des Opfers in ihrem Designerhaus am Weinberg vor den Toren Wiens uff.

Ein hoher Beamter des Innenministeriums ist ums Leben gekommen: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, links) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln.

Ein hoher Staatsdiener des Innenministeriums ist ums Leben gekommen: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, sinister) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln. (Das Erste Degeto/ORF)

Sie scheint ehrlich schockiert zu sein. Neben dem wunderschönen, lichtdurchfluteten Landsitz steht eine Formgebung Zwillings-Bungalow, in dem ein gemeinsamer Spezl des Paares lebt: Dr. Leytner (Matthias Franz Stein) war ein politischer Weggefährte und Spezl des Toten. Ihr gemeinsamer Stiege verlief nachhaltig Zeit reibungslos, privat war man intim verbunden – welches dasjenige Zusammensetzen nebenläufig zu beweisen scheint.

Im Reich welcher Freunderlwirtschaft

So jung und schon Witwe: Bibi Fellner (Adele Neuhauser, links) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) suchen Elisabeth Wagner (Lili Epply) auf.

So jung und schon Witwe: Bibi Fellner (Adele Neuhauser, sinister) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) suchen Elisabeth Wagner (Lili Epply) uff. (Das Erste Degeto/ORF)

Steigt man irgendetwas tiefer in dasjenige Leben welcher Karrieristen Wagner und Leytner ein, kommt hervor: Die beiden konnten unagenehm werden. Qua „hässliches Gesicht des Ministerium“ bezeichnete eine Nichtstaatliche Organisation-Vertreterin den Volksvertreter einst in welcher Zeitungswesen, doch wie die Kriminalpolizist zwischen ihr nachforschen, soll die Gesamtheit nur ein Missverständnis gewesen sein: Man habe sich entschuldigt und nachdem gut verstanden. Während die Kriminalpolizist tiefer in Machenschaften von Wiener Karrieristen und Seilschaften eindringen, kommt vor allem zu Gunsten von Moritz Eisner welcher genretypische Kriminalpolizist-Knüller. Weil er offenbar in ein Wespennest gestochen hat, wird welcher erfahrene Kriminalpolizist uff vereinen neuen Posten verfrachtet: in vereinen fensterlosen Raum von außen kommend welcher Stadt, zur Verband „Cold Cases“. Die Gegner welcher Kundschafter scheinen ziemlich mächtig. Zwar handelt es sich tatsächlich – wie es welcher „Tatort“-Titel verspricht – um eine Verschwörung?

Welches in Deutschland Vetternwirtschaft heißt – mit dem Kölschen Klüngel wie regionale Sonderform -, wird in Ostmark mit dem schönen Terminus technicus „Freunderlwirtschaft“ oder Freunderlwirtschaft erfasst. Selbst wenn welcher neue Wiener Sachverhalt die verschwörungstheoretische Auflösungsmöglichkeit im Titel trägt, im Kriminalroman welcher „Tatort“-Novizen Ivo Schneider (Skript) und Claudia Jüptner-Jonstorff (Regie) werden durchaus genauso andere Möglichkeiten des Todes von Dr. Wagner angelegt: welcher krankhafte Ehrgeiz zweier konkurrierender Freunde, die Undurchsichtigkeit einer jungen Geliebten sowie die dubiose Rolle eines prominenten Sportarztes. Und am Finale könnte welcher Tod sogar ein natürlicher gewesen sein.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) untersucht verdächtige Mittel im sommerlichen Wien.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) untersucht verdächtige Mittel im sommerlichen Wien. (Das Erste Degeto/ORF)

Ein Hund namens Moritz

Irgendwas zerfasert wirkt die Folge „Verschwörung“ mit ihren vielen Spuren und Erzählsträngen. Zusammengehalten wird sie durch dasjenige Transpirieren ihrer Protagonisten – sei es beim Lauftraining oder reibungslos nur, weil die Hitze vereinen genauso ohne Regung beim Nachdenken grillt. Welches den Wiener „Tatort“ mal wieder von seinen meist nüchterneren, deutschen Partnerrevieren unterscheidet, sind Wiener Schmähfiguren wie zum Paradebeispiel die des Opferfreundes Dr. Leytner. Mit Clark Gable-Bärtchen und durch und durch überheblichen Gesten wird hier ein Wiener Aufsteiger-Unsympath par excellence porträtiert. Falko-artige Wesen lassen grüßen.

Sind Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) tatsächlich einer Verschwörung besserer Wiener Kreise auf der Spur?

Sind Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) tatsächlich einer Verschwörung besserer Wiener Kreise uff welcher Spur? (Das Erste Degeto/ORF)

Ohnehin säumen schmierige Gesellen und „Freunderlwirtschafter“ diesen Kriminalroman an allen Ecken und Enden. Dieser insgesamt mittelprächtige Sommerfall von Eisner und Fellner lebt mehr von einzelnen schönen Szenen wie von einer runden, schlüssigen Gesamtdramaturgie. Vielleicht die beste Szene: Zuvor Eisner zwischen einer Tierärztin „undercover“ wegen eines Medikamentes ermittelt, leiht er sich zur Tarnung den Pudel einer Kollegin aus. Qua die Ärztin ihn fragt, wie welcher Hund heißt, muss dasjenige Fake-Hundehalter von kurzer Dauer nachdenken, um seine Tarnung weiter nutzen zu können. „Moritz“ lautet schließlich welcher Name des Tieres. Ein vielmehr schlichter Gag, dennoch im Zusammenspiel mit schwarzen Hundekulleraugen und weißem Pudelfell dann doch irgendwie rührend.

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